In Krung Thep

Es nieselt als ich in Bangkok ankomme. Als ich die Petchburi Road erreiche, klafft da, wo „mein“ Hotel stehen sollte, eine Baugrube. Das kann doch nicht sein. Ich gehe näher ran, doch da ist kein Zweifel: das Haus, wo ich viele Male abgestiegen bin, wo Tansanee, die Tochter des Eigentümers, mir immer einen Spezialpreis machte, ist dem Erdboden gleich gemacht worden. Ich fühle mich desorientiert und etwas hilflos. Wohin jetzt? Okay, dann versuche ich es in der Soi 1 der Sukhumvit, wo ich in meiner Bangkoker Anfangszeit, vor 25 Jahren, immer abgestiegen bin, und das, wie ich mich erinnere, bei meinem letzten Bangkok-Aufenthalt vor ein paar Jahren … doch auch da klafft eine Baugrube. Es ist ein Schock. Zurück-Zu-Gehen, Vergangenes besuchen zu wollen, ist keine gute Idee. Was ruhen soll, soll ruhen.

Etwas wehmütig beschliesse ich, mich nach Lat Krabang, beim Flughafen, aufzumachen, wo es mir letztes Jahr gut gefallen hat. Der Taxifahrer an der Zughaltestelle will 200 Baht, ich habe zwar keine Ahnung wie weit es zum Hotel ist, doch ich winke automatisch ab, da sagt er 100.

Ich habe mich getäuscht, das Hotel liegt viel weiter von der Zugstation weg, als ich gedacht habe. Ich lande im Nirgendwo, auf der grünen Wiese, wo ich der einzige Gast zu sein scheine, was sich jedoch am folgenden Morgen als Irrtum erweist: eine laute, ungehobelte chinesische Reisegruppe okkupiert den Speisesaal.

In Thailand erfahre ich eine Leichtigkeit des Seins wie nirgendwo sonst. Da wird viel gelacht und gescherzt. Auf der Bank muss ich, um einen 100 Dollar-Schein zu wechseln, drei unterschiedliche Formulare unterzeichnen, was mich zur Bemerkung veranlasst, ihr gefalle wohl meine Unterschrift. Nicht mir, lacht da die junge Frau, der Bank!

Immer wieder fasziniert es mich, wie verschieden doch Menschen aussehen können. Besonders augenfällig war das heute im sehr vollen Zug vom Flughafen in die Innenstadt und doch ist das Verhalten weltweit uniform: alle der Mittelpunkt der eigenen Handy-Welt.