Ratschläge sind keine Schläge

Ratschläge, so lautet ein fast schon geflügeltes Wort, seien auch Schläge. So etwas kann nur jemand behaupten, der noch nie Schläge bekommen hat. Das soll nicht heissen, dass so jemandem der Hintern versohlt gehört, das soll heissen, dass es Sprüche gibt, die sich zwar reimen, doch ziemlich blöd sind.

Die Vorstellung, man könne mittels der Sprache die Welt verändern, ist ein ziemliches Unding. Was hat die sprachpolitische Korrektheit,  (im Deutschen) immer und überall sowohl die weibliche als auch die männliche Form zu verwenden, ausser schwerer zu lesenden Texten und ein paar zusätzlichen Stellen in einigen Betrieben und der öffentlichen Verwaltung, eigentlich gebracht? Ganz abgesehen davon, dass dieser NewSpeak selten wirklich durchgehalten wird – ich jedenfalls habe die weibliche Form von Trottel bisher nirgendwo gelesen.

Ratschläge sind eine gute Sache. Vor allem die, die ich anderen gebe. Weil ich sie so recht eigentlich mir selber geben sollte. Nur eben: wir alle haben Mühe auf unsere Ratschläge zu hören. Doch das liegt nicht an den Ratschlägen, sondern an uns.

Einen wirklich guten Ratschlag finde ich: Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu. Es kommt vor, dass ich mich daran halte. Doch wenn ich’s recht bedenke, so halte ich mich nicht immer dran. Das ist vermutlich menschlich, also nicht erstrebenswert.

Vielleicht wäre es besser, Ratschläge wären Schläge. Denn dann würde ich sie womöglich nicht nur hören, sondern auch beherzigen.