Freddies Medien-Geschichten (4)

„Zehn Dinge, die Sie noch nicht über Claudia Schiffer wussten“, war im August 2015 ein Artikel in der Huffington Post Deutschland betitelt. Ausser, dass sie als Fotomodell viel Geld verdient hatte, wusste Freddie so ziemlich gar nichts über die Dame. Und wenn er so richtig in sich ging, fiel ihm auch nicht ein, weshalb er das überhaupt wissen sollte.

RTL berichtete über eine gewisse „Daniela Katzenberger: Erstes Foto nach der Geburt“ von der Freddie noch weniger als von Frau Schiffer wusste, doch da er über ganz viele kaum etwas wusste, von denen andere offenbar nicht genug kriegen konnten (wenn man denn den Medien glaubte), berührte ihn auch diese Meldung nicht wirklich.

Noch vor wenigen Jahren hätte Freddie sich darüber genervt, dass die Medien mit solchen „Nachrichten“ sein  Gehirn einnebelten, doch heute, gereift (oder vielleicht auch nur etwas müder als auch schon) beachtete er die Meldungen schlicht nicht mehr. Die Medien hatten für ihn die Relevanz verloren.

Da Freddie jedoch seinen eigenen Einsichten eher selten traute, informierte er sich auch weiterhin regelmässig via Medien. Und stiess dabei gelegentlich auf Artikel, um die er froh war. Um den Essay von Hermann Unterstöger in der Süddeutschen Zeitung etwa, der zur politisch korrekten Sprache anmerkte: „… könnte die eine Seite der anderen erklären, dass Sprache und Wirklichkeit einander stetig neu schaffen und es Aufgabe aller Wohlmeinenden ist, diesen Prozess zum Guten hin zu fördern. Die andere Seite könnte darauf hinweisen, dass ohne Mist nichts gedeiht und dass Menschen, die sich sprachlich nur noch verbiegen, Gefahr laufen, auch sonst krumm zu werden.“

Im gerade erwähnten Essay wurde auch ein Beitrag von Robin Alexander in der Welt verlinkt, der neben vielen schlauen Köpfen auch David Foster Wallace zitierte: „Politisch korrektes Englisch wird dazu genutzt, dass sein Sprecher gewisse Tugenden ausdrücken und sich gleichzeitig dazu beglückwünschen kann. Es dient dem Eigeninteresse des politisch Korrekten viel mehr als irgendeiner der Personen oder Gruppen, von denen es spricht.“

Genau, dachte Freddie, froh darüber, dass er damit wieder eine Rechtfertigung für seinen, wie er fand, doch recht übertriebenen Medienkonsum gefunden hatte.