Freddies Medien-Geschichten (8)

Authentisch zu sein gilt heutzutage gleichsam als Qualitätsausweis. Denkt man an Donald Trump, wäre man jedoch froh, er wäre weniger authentisch, weniger sich selber, ja man hätte nichts dagegen, wenn er versuchen würde, jemand anderer zu sein.

Donald Trump, dachte Freddie so bei sich, ist nicht der Einzige, der erfolgreich geworden ist, weil er sich selber nicht nur war und ist, und sein bedauerlicherweise weitgehend unzensuriertes Wesen im Fernsehen zelebrieren durfte. Richard Quest bei CNN und Aaron Heslehurst bei der BBC sind ähnlich unerträglich. Freddie wechselte automatisch den Kanal, wenn einer der beiden am Bildschirm auftauchte, zu primitiv im Ton, zu selbstherrlich im Auftreten waren sie für seinen Geschmack.

Als Fredddie sich letzthin in Thailand aufhielt und in seinem Hotelzimmer, neben etwa fünfzig regionalen Sendern, einzig Fox-News zu empfangen war, erlebte sein zuweilen harsches Urteil in Sachen Mainstream Medien eine gewisse Korrektur, denn was Fox-News seinen Zuschauern darbietet, ist nahezu ausschliesslich Rechthaberei von der schlimmsten Sorte. Da werden zwar auch politisch Andersdenkende eingeladen, doch dann ständig unterbrochen, so dass sie gar nie zu Worte kommen und wenn dann einmal doch, die Moderatoren (bei Fox and Friends sind es drei an der Zahl)) ihnen routinemässig widersprechen.

Diese Fernsehleute sagten zweifellos, was sie dachten, waren durch und durch authentisch. Leider. Freddie wäre lieber gewesen, sie hätten sich an Kriterien wie Anstand und Fairness orientiert.

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Die um Sachlichkeit bemühten Medien schöpfen wieder einmal (Stand 14. Januar 2017) Hoffnung aus der Tatsache, dass einige der von Donald Trump für wichtige Posten Vorgeschlagenen in öffentlichen Anhörungen eigene und sogenannt vernünftige, also vom künftigen Präsidenten abweichende Meinungen, vertreten. Freddie fühlte sich an George W. Bush erinnert, dem genau so Wenige schlaue Entscheide zutrauten wie heutzutage Donald J. Trump. Damals beruhigten sich wichtige  Medien damit, dass Bush so erfahrene Mitstreiter um sich hatte wie etwa Dick Cheney und Donald Rumsfeld. Dem Disaster, das diese beiden in Irak anrichteten, verdanken wir einen grossen Teil der heutigen Weltunordnung …

Es versteht sich: Die Massenmedien widerspiegeln, was uns alle umtreibt. Und im Falle des nächsten amerikanischen Präsidenten meint das, der Hoffnung Ausdruck zu geben, dass alles doch nicht ganz so schlimm werde, wie die Mehrheit befürchtet. So menschlich und verständlich es ist, auch in hoffnungslosen Situationen zu hoffen, gescheiter wäre, alle Hoffnung fahren zu lassen und realistisch zu werden, dachte Freddie manchmal.