Tuk Tuks, Taxis & Boutique Resort Hotels

Kabin Buri, 30 Grad Celsius, meine Tuk Tuk Fahrerin ist um die fünfzig, trägt einen Wintermantel sowie eine Fellmütze, hat keine Ahnung, wo mein Hotel ist, macht sich kundig und verfährt sich dann total … Schlussendlich landen wir irgendwo auf der grünen Wiese, wo zwei einsame neue Häuser stehen und wo ich sicher bin, das kann es nicht sein … doch natürlich liege ich falsch, denn genau das habe ich gebucht …

De donde eres? fragt der Thai, Mitte fünfzig, als ich beim ambulanten Fruchtverkäufer auf meine Ananas warte. Das ist eine Premiere, noch nie zuvor bin ich in Thailand auf Spanisch angesprochen worden. Gelernt habe er es vor zwanzig Jahren, im Irak, als er dort zwei Jahre für eine spanische Firma im Einsatz gewesen sei. Heute, er zeigt mir seinen Ausweis, arbeite er für Thai International. Ich bezahle meine Ananas und wir verabschieden uns voneinander. Wie sagte doch mein Freund Holger vor vielen Jahren: An Ansprache mangelt es wahrlich nicht in Thailand!

Lat Krabang, Bahnhof. Dem Taxifahrer ist das Hotel, in dem ich ein Zimmer gebucht habe, gänzlich unbekannt. Also zeigte ich ihm den Papierausdruck meiner Reservierung mit der Adresse. Er tut so, als ob er verstanden hätte, wirkt aber nicht so, doch er gibt schon mal Vollgas. Nach ungefähr zehn (und gefühlten zwanzig) Minuten verlangsamt er und schaut nun in alle möglichen Richtungen. Schliesslich reicht er mir sein Handy. Er will, dass ich den Namen des Hotels in die Such-Funktion eingebe. Ich tue wie mir gesagt,  seine Miene hellt sich auf und er drückt erneut aufs Gas – das Hotel befindet sich gerade mal ein paar wenige Meter vom Bahnhof.

Heutzutage genügt es nicht, als Hotel zu firmieren. In Thailand, zum Beispiel, heisst mittlerweile jedes zweite Boutique Hotel oder Resort. Mein gerade aktuelles – ein einfaches, sauberes, gewöhnliches Gebäude, das seinem Zweck (meine Unterbringung) bestens gerecht wird, nennt sich: Boutique Resort Hotel. Wer nun annimmt, „Resort“ sei ein Hinweis auf einen ruhigen Ort, täuscht sich. Als ganz unvermutet ein ohrenbetäubender Lärm mein Zimmer erfüllt, denke ich automatisch, ein Flugzeug habe den nahen Flughafen vepasst und steuere jetzt geradewegs auf  mein Boutique Resort Hotel zu … doch es war nur ein Zug, der durch mein Zimmer donnerte (die Eisenbahnschienen lagen direkt hinter dem Hotel) …

Mein rechtes Auge ist entzündet. Ich frage die Bedienung im Hotel Restaurant, ob sie mir bitte einen Schwarztee bringen könne – ich will mir den im heissen Wasser aufgeweichten Teebeutel aufs entzündete Auge drücken. Am nächsten Morgen erkundigt sich die Bedienung nach meinem Befinden. Besser, sage ich, und deute auf mein Auge. Sie examiniert es, lächelt und bringt mir – als ich mit dem Frühstück fertig bin – zwei aufgeweichte Teebeutel …

Welche Fluggesellschaft?, fragt der Fahrer des Airport Shuttle Bus. Cathay Pacific, antworte ich, worauf er da anhält, wo er sowieso hat anhalten wollen ….